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Aus dem Parlament: Mehrheit spricht sich für Transparenz-Vorlage aus

Aus dem Parlament

Vanda Descombes

Transparenz schafft Vertrauen in die Politik, auf jeder Ebene. Diesem Bedürfnis trägt nun auch das Könizer Parlament Rechnung, indem es die SP-Motion «Offenlegung der Finanzierung von Parteien, Wahl- und Abstimmungskomitees» an den Gemeinderat zur Umsetzung überwiesen hat. Damit unterstreicht das Parlament: Könizer*innen sollen wissen, welche Interessen hinter den politischen Kräften in ihrer Gemeinde stehen.

Die Forderung nach Transparenz ist in der Politik definitiv angekommen: Köniz steht damit auch nicht alleine da. Die Stadt Bern hat eine solche Regelung bereits gutgeheissen. In anderen Gemeinden wie Thun, Burgdorf oder Ostermundigen werden zurzeit ähnliche Vorstösse eingereicht. Auf kantonaler Ebene wurden bereits verschiedene Initiativen gutgeheissen und auch auf nationaler Ebene ist eine von der SP mitinitiierte Transparenz-Vorlage hängig.

Die Umsetzung soll möglichst unbürokratisch erfolgen

In Köniz ist nun der Gemeinderat am Zug im Rahmen eines Reglements Bestimmungen für transparente Politikfinanzierung vorzuschlagen. Die Hauptforderungen sind:

  • Offenlegungspflicht für alle finanziellen Beiträge an kommunale Abstimmungs- und Wahlkämpfe. Konkret gemeint ist damit das Gesamtbudget sowie Zuwendungen und individuelle Beiträge ab CHF 5’000
  • Regelung zur Sanktionierung von Verletzungen der Offenlegungspflicht

Die Umsetzung soll mit möglichst geringem Aufwand und unbürokratisch erfolgen, zum Beispiel mittels Online-Formular zur Selbstdeklaration.

Die SP geht mit gutem Beispiel voraus

Im Hinblick auf die Gemeindewahlen vom 26. September 2021 wird das neue Reglement noch nicht gelten. Die SP Köniz wird ihrer Vorbildfunktion trotzdem gerecht und hat ihr Kampagnenbudget bereits offengelegt. Details dazu sind der Webseite www.spkoeniz.ch/gemeindewahlen zu entnehmen. Die SP fordert alle anderen Parteien auf, es ihr gleichzutun, damit das Vertrauen in die Politik zu erhöhen und die Demokratie zu stärken.

Aus dem Parlament: Köniz soll Lücken beim Vaterschaftsurlaub schliessen

Medienmitteilung, Aus dem Parlament

Arlette Münger, Mai 2021

Die Gemeinde Köniz soll die 10 Tage Urlaub, die seit 1. Januar 2021 für Väter gelten, auch Müttern, die in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, Adoptiveltern und alleinerziehenden Müttern gewähren. Zudem bezahlt die Gemeinde weiterhin 10 Tage Vaterschaftsurlaub, wie sie dies seit 2011 tut. Somit erhalten Gemeindeangestellte mit Vaterpflichten total 20 Tage Vaterschaftsurlaub.

Eltern ist, wer ein Kind hat. Und alle Eltern sollen ein Recht auf Gleichbehandlung haben. Das fordert die SP-Parlamentarierin Arlette Münger in einem Postulat und diese Meinung teilen Gemeinderat und Parlament. Ihr Postulat, das die Lücken des Vaterschaftsurlaubs schliesst, wurde vom Parlament am 31. Mai 2021 mit deutlichem Mehr überwiesen.

Der 10-tägige Vaterschaftsurlaub zementiert ein traditionelles Familienbild, das die Realität nicht widerspiegelt. Gleichgeschlechtliche Paare, Adoptiveltern und alleinerziehende Mütter sind davon ausgeschlossen. Arlette Münger meint dazu: «Wir alle wissen, dass es gleichgeschlechtliche Eltern gibt. Für diese Kinder gilt, was für Kinder aus Mutter-Vater-Familien gilt: Es ist gut für sie, wenn sich beide Elternteile um sie kümmern können. Sei dies in den ersten Lebenswochen oder später.»

Adoptiveltern erhalten zurzeit weder Mutterschafts- noch Vaterschaftsurlaub. Gleichzeitig sehen sie sich mit den gleichen Aufgaben und Pflichten konfrontiert wie leibliche Eltern. Die 10 Tage, die ihnen die Gemeinde zusammen gewähren soll, bilden eine kleine, doch wichtige Starthilfe. Unter diesem Aspekt sieht Arlette Münger auch ihre Forderung, alleinerziehenden Müttern neben dem Mutterschaftsurlaub weitere 10 Tage zu gewähren: «Alleinerziehende Mütter tragen die volle Verantwortung. Für sie ist der Wiedereinstieg in den Beruf keine Option, sondern der einzige Weg. 10 Tage, die wochen- tage oder halbtagsweise bezogen werden können, erleichtern dem Kind die Gewöhnung an die Fremdbetreuung und entlasten die Mutter bei diesem Schritt.»

Die Gemeinde Köniz bezahlt ihren Mitarbeitenden mit Vaterschaftspflichten seit 2011 zehn Tage Urlaub und soll dies auch weiterhin tun. Somit erhalten Gemeindeangestellte total 20 Tage Vaterschaftsurlaub. Auch dieses Postulat der SP wurde auf Antrag des Gemeinderats und mit grossem Mehr des Parlaments erheblich erklärt.

Aus dem Parlament: Vorerst keine Haltestelle bei der Schule Ried

Aus dem Parlament

Franziska Adam, Mai 2021

Die Bushaltestelle «Niederwangen Landorfstrasse» vor dem neuen Schulhaus Ried wird vorläufig nicht realisiert. Am Montag entschied das Könizer Parlament, das Geschäft für eine neue Bushaltestelle und die Schaffung von Velostreifen zeitlich zu verschieben. Der Rückweisungsantrag wurde von der EVP, glp, Mitte-Fraktion eingereicht und mit 22 zu 16 Stimmen angenommen. Die FDP und die Grünen haben diese Rückweisung einstimmig unterstützt.

Was läuft hier falsch? Laut dem Mitte-Sprecher könne diese Bus-Haltestelle auch erst realisiert werden, wenn das Baufeld F bereits gebaut sei. Dies wird in etwa zwei Jahren der Fall sein. So müsse die Gemeinde die 1’060’000 Franken nicht jetzt bei dieser schwierigen finanziellen Lage ausgeben.

Diese Verzögerung führt aber zu zahlreichen anderen Problemen: Der Strassenbelag der Landdorfstrasse ist bereits jetzt in einem schlechten Zustand. Evtl. wird wegen dem Baustellenverkehr eine vorzeitige Instandsetzung nötig sein. Und bei der Verlegung der Bushaltestelle muss der Belag wieder erneuert werden. Die Bushaltestelle kann erst nach der Fertigstellung des Baufeldes F gebaut werden, und zwar 2025.

Die Bewohner*innen entscheiden meistens beim Einzug, welches Verkehrsmittel sie nutzen. Sie werden also wohl mit dem Auto unterwegs sein, weil vor der Haustüre noch kein Bus steht. Und bereits jetzt wären zahlreiche Turnhallen- und SportplatznutzerInnen froh, den Bus bis zum Schulhaus nutzen zu können.

Die SP-Fraktion muss einmal mehr feststellen, dass sich gewisse Parteien im vermeintlichen Spareifer verrennen und das Wohl der Bevölkerung ausser Acht lassen.

Und wie sieht es mit der Förderung des ÖV und dem Veloverkehr aus? Bei dieser Rückweisung sieht man, weshalb das Grün der glp nur klein geschrieben ist. Die «sparsame» FDP ist bestens bekannt. Aber dass gar eine Mehrheit im Parlament eine ÖV-ablehnende Haltung an den Tag legt, erstaunt doch sehr.

Die ÖV-Benutzer*innen und die Velofahrer*innen werden wieder einmal vertröstet. Und ob die Gemeinde Köniz mit dieser Aktion Geld sparen wird, weiss niemand. Hier wurde eine grosse Chance verpasst!

Aus dem Parlament: Midnight Sports bleibt!

Aus dem Parlament

Arlette Münger, März 2021

Erhält im Parlament eine Motion Richtliniencharakter, wird sie stillschweigend abgeschrieben - das Parlament kann den Gemeinderat nicht verpflichten, etwas zu tun. Das geschah mit der Motion des Jugendparlaments („Finanzielle Absicherung des Projektes Midnight Sports Köniz durch die Gemeinde Köniz“), worüber ich vor Dreivierteljahr an dieser Stelle berichtete.

Im Winter wirbelte Corona bekanntlich alles durcheinander und es fanden keine Veranstaltungen mehr statt. Und so ging ein Erfolg der SP fast unter: Midnight Sports wird weiterhin von der Gemeinde unterstützt und bleibt weiterbestehen! Im März finden nun die zwei einzigen Veranstaltungen in diesem Quartal statt.

Dieser Erfolg ist ein Erfolg auf mehreren Ebenen. Erstens zeigt sich, wie wichtig das Jugendparlament für Köniz ist. Es ergriff mit seiner Motion rechtzeitig die Initiative und das engagiert vorgetragene Votum von Jessica Michael White vom Jugendparlament (es kann hier nachgelesen werden) bewirkte, dass das Parlament dem Anliegen Gehör schenkte. Es freut mich, dass die Gemeinde so den Jugendlichen vermittelt: Es lohnt sich, sich politisch zu engagieren, und wir nehmen eure Anliegen durchaus ernst.

Auch die SP darf sich einen Teil vom Erfolgskuchen abschneiden. Ich doppelte mit einer Interpellation im Januar 2020 nach, stellte konkrete Fragen und verlieh so dem Erhalt weiteres Gewicht. 24 Parlamentarierinnen und Parlamentarier unterschrieben die Interpellation, die Richtlinienmotion des Jugendparlaments wurde mit 22:11 Stimmen angenommen. Damit wurde Druck auf den Gemeinderat ausgeübt – der schlussendlich dazu führte, dass Midnight Sports wieder ins Budget 2021 aufgenommen wurde.

Natürlich ist der Betrag von Fr. 10'000.-, der letztendlich für Midnight Sports gesprochen wurde, im Vergleich zu anderen Geschäften, worüber wir im Parlament debattieren, klein. Doch die Bürgerlichen setzen in der Regel gerne bei Angeboten für die Allgemeinheit den Sparhebel an, ganz im Stile von «Wer das will, soll es sich selbst finanzieren». Dass es in Köniz Familien gibt, die sich die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder Skiferien nicht mehr leisten können, tun sie oft mit einem Schulterzucken ab. Gerade deshalb ist Midnight Sports ist ein sehr wichtiges Angebot: Es richtet sich an alle Jugendlichen, kostet für sie nur einen kleinen Unkostenbeitrag und holt sie von der Strasse weg. Oder um es mit den Worten von Jessica Michael White zu sagen: «Midnight Sports ist sehr cool. Es hat gute Coaches, man fühlt sich wie zu Hause – sogar besser als zu Hause- es gibt gute Musik, gute Stimmung, gute Beschäftigung und man macht Sport.»

Aus dem Parlament: Ein knappes Ja für ein öffentlicher Platz im Zentrum von Köniz

Aus dem Parlament

Franziska Adam, März 2021

Das Parlament der Gemeinde Köniz hat am 15. März knapp mit 21 Ja und 16 Nein dem Nachkredit von 850`000 Franken für die Überbauung des Platzes beim Bläuacker zugestimmt.

2016 fand die Volksabstimmung zum öffentlichen Platz bei der Überbauung Bläuacker – Sonnenweg statt. Für die Gestaltung des öffentlichen Platzes wurden 854`000 Franken veranschlagt und auch bewilligt. In der Visulisierung des Projektes sieht man begrünte Betonelemente mit Treppen zum Sitzen, 5 Hochstammbäume und am Rand die Entsorgungsanlage der Migros.

Im Herbst 2020 stellte der Gemeinderat plötzlich fest, dass die Statik des Platzes nie überprüft wurde und dass die Kosten der Platzgestaltung viel zu tief angesetzt wurden. Das Projekt wurde unvollständig und zum Teil mit falschen Annahmen dem Parlament und der Bevölkerung vorgelegt. Zuständiger Gemeinderat war damals Urs Wilk, Architekt von Beruf. Das Resultat dieses Desasters: Ein Projekt, welches doppelt so viel kostet wie geplant, nämlich 1,704 Millionen Franken.

GLP, Mitte, BDP, EVP und die Grünen wollten das Geschäft zurückweisen. Ihnen genügt ein Kiesplatz mit ein paar Stühlen und Tischen. Gemeinderat Christian Burren wies darauf hin, dass die Gemeinde Köniz einen Baurechtsvertrag unterschrieben habe, in dem klar definiert ist, was auf dem Platz gebaut werden muss, sonst werde die Gemeinde vertragsbrüchig und dies könne zu Schadenersatzforderungen führen. Die SP Köniz sieht dies auch so. Es ist nicht abzusehen, wie viel ein Rechtsstreit kosten würde. Im schlimmsten Fall droht wieder eine lange Verzögerung des Baus und ein teures Gerichtsverfahren.

Die SP Köniz hat dem Antrag des Gemeinderates einstimmig zugestimmt und den Rückweisungsantrag abgelehnt. Wir wollen nach vorne schauen und planen zusammen mit den Grünen einen Vorstoss zum Thema Risk- und Qualitätsmanagement. Alle laufenden grossen Bauprojekte sollen einer Risikobeurteilung unterzogen werden, damit keine solchen teuren Fehlplanungen und Nachkredite mehr entstehen.

Aus dem Parlament: Budget verabschiedet – Problem ungelöst

Aus dem Parlament

Vanda Descombes, November 2020

Das Parlament der Gemeinde Köniz hat am 9. November dem Budget 2021 zugestimmt. Dem Antrag der FDP und der SVP auf Rückweisung mit der Folge, dass zu Jahresbeginn kein gültiges Budget vorliegen würde, wurde zum Glück nicht stattgegeben. Weitere Schritte für eine nachhaltigere Finanzierung der Gemeinde müssen jedoch folgen.

Köniz mit seinem guten Service Public und seinen Entwicklungsmöglichkeiten ist als Wohnstandort beliebt – insbesondere für Familien.  Dementsprechend wächst Köniz und investiert in Schulen, Tagesschulen, Strassen etc. Das alles muss finanziert werden.

Und hier steckt das Problem. Köniz ist nach wie vor nicht nachhaltig finanziert. Seit 2012 ist das Budget negativ und der Selbstfinanzierungsgrad liegt heute unter 10%. Und dann kam noch Corona, welches die Finanzen zusätzlich belastet. Das Budget 2021 weist einen Aufwandüberschuss von 9.5 Millionen und einen Bilanzfehlbetrag von über 4 Millionen Franken auf. Das heisst: Das Eigenkapital wird 2021 definitiv aufgebraucht sein.

Trotz dieser unbefriedigenden Situation stand die SP Fraktion geschlossen hinter dem Budget, das von der Mehrheit im Parlament in der Schlussabstimmung angenommen wurde. Einig waren sich die Parteien, dass man möglichst ohne Eingriff des Kantons aus dieser Situation rauskommen will und dass eine Ablehnung des Budgets aus Unzufriedenheit keine Lösung sein kann. Trotzdem stellten FDP und SVP einen Rückweisungsantrag, der aber glücklicherweise keine Mehrheit fand.

Gefragt ist heute ein parteiübergreifender Konsens, um die Finanzsituation zu stabilisieren. Die SP hat mehrmals vor einem strukturellen Defizit gewarnt und Massnahmen vorgeschlagen. Sie will keine weiteren Aufgabenüberprüfungs- und Sparprogramme (AÜP) mehr, schon gar nicht, wenn diese einen Personalabbau, wie die FDP es vorschlägt, oder Verzicht auf Dienstleistungen wie Tagesschulen, Schwimmbad, Musikschule, Bibliothek etc. bedeuten und somit die Attraktivität der Gemeinde sinken würde. Angesichts der Tatsache, dass der finanzielle Handlungsspielraum zum Sparen sehr gering ist – ein sehr grosser Teil der Ausgaben der Gemeinde sind gebunden – ist die Wirkung der AÜPs denn auch nur sehr limitiert. Es braucht mehr Einnahmen.

Die SP hat mit den Grünen zwei Anträge eingebracht, um ab sofort Einnahmen zu generieren. Sie beantragte einen temporären Verzicht auf die Einlage in die Zinsschwankungsreserve. Das Instrument macht in guten Jahren durchaus Sinn, um die Gefahr künftig steigender Zinsen abzudämpfen. In der heutigen Situation könnte darauf verzichtet werden. Weiter beantragte die SP eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer auf 1.5 Promille. Leider wurden beide Anträge einmal mehr abgelehnt.  

Die nächste Etappe ist die Steuererhöhung. Doch ob sich das Stimmvolk von einer massiven und allenfalls befristeten Steuererhöhung überzeugen lässt, das steht in den Sternen. Eines ist sicher: Das Budget 2021 ist - um es mit den Worten unserer Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger auszudrücken – «der erste Schritt auf einem langen Weg». Packen wir es an.

Aus dem Parlament: Keine Schulhaus-Totalsanierung ohne Tagesschule

Aus dem Parlament

Käthi von Wartburg

Das Schulhaus Mengestorf soll saniert werden. Geplant waren einfache bauliche Anpassungen, dafür hatte das Parlament im August 2019 einen Projektierungskredit von 220'000 Franken gesprochen. Da bei der Projektierung Asbest zum Vorschein kam, wurde aus der einfachen Sanierung eine umfassende, aufwändige und kostenintensive Totalsanierung.

Die kostenintensive Totalsanierung mit einem Zeithorizont von zwanzig bis dreissig Jahren sah jedoch keine Tagesschule vor. «Kein Bedarf», lautete die lapidare Begründung. «Inakzeptabel», fand die Mehrheit der SP-Fraktion. Die Tagesschulen sind in unserer Gemeinde ein Erfolgsmodell, die Nachfrage ist gross und sie platzen aus allen Nähten. Früher oder später wird dies auch für die Schulen in den ländlichen Ortsteilen gelten. Ein Schulhaus derart umfassend zu sanieren, ohne auch gleich eine Tagesschule zu planen, ist aus unserer Sicht kurzsichtig und unverantwortlich.
Unsere Ablehnung des Projekts ist kein Nein zur zweifellos notwendigen Sanierung des Schulhauses. Sie ist auch kein Nein zum Schulstandort Mengestorf. Eine derart umfassende Sanierung zementiert jedoch den Schulstandort Mengestorf für die nächsten zwanzig bis dreissig Jahre. Da stellten wir uns doch die Frage, ob ein derart kleines Schulhaus bei diesem Zeithorizont zu verantworten sei. Knapp 80 Schülerinnen und Schüler besuchen das Schulhaus Mengestorf und auch die Sanierung wird nicht mehr Kindern Platz bieten. Die Lage des Schulhauses führt dazu, dass ein Grossteil der Kinder bereits heute aus den umliegenden Ortsteilen zum Schulhaus Mengestorf gefahren werden muss, die Schülerinnen und Schüler können also den Schulweg weder selbständig noch zu Fuss zurücklegen.

Mit unserem Nein verlangten wir einen Marschhalt, denn von einer derart umfassenden Sanierung war bei der Projektierung nicht die Rede gewesen. Eine Totalsanierung ohne Tagesschule entspricht nicht unserer Vorstellung von einer zukunftsorientierten Schule. Ein Marschhalt bedeutete nicht, dass die Gefahren, die von den Asbestvorkommnissen ausgehen, nicht sofort hätten behoben werden können. Selbstverständlich muss dies sofort geschehen und die Gesundheit aller Menschen, die sich im Schulhaus Mengestorf aufhalten, ist zu gewährleisten.

Leider waren wir im Parlament mit diesem Standpunkt allein, alle anderen Parteien stimmten dem Geschäft zu.
 

Aus dem Parlament: Midnight Sports – Ende gut, alles gut?

Aus dem Parlament

Arlette Münger

Midnight Sports findet von Oktober – März in den Turnhallen Hessgut statt. Jeweils samstags von 20-23 Uhr (also eigentlich alles andere als «Midnight») können Jugendliche unbürokratisch, ohne Voranmeldung und verpflichtende Mitgliedschaft von einem vielfältigen Sportangebot profitieren. Die Kosten für die Durchführung blieben in den letzten Jahren bei durchschnittlich 14'000 Franken konstant. In der Saison 2018/2019 nutzten 1216 Jugendliche das Angebot. Man rechne: Das sind knapp 12 Franken pro Teilnahme. Dafür, dass die jungen Menschen innerhalb der Gemeinde den Samstagabend sinnvoll gestalten und sich mit ihresgleichen sportlich messen und austauschen können. Somit stellt Midnight Sports eine wichtige Alternative zu den Sportvereinen dar. In den Jahren des Erwachsenwerdens sind die jungen Menschen zu Recht auf der Suche nach ihrem Weg. Es ist nicht jederfrau und jedermanns Sache, sich in einem Verein zu regelmässigen Trainings und dem Leistungsdenken zu verpflichten. «Eifach chli tschutte» hat als sportliche Betätigung genauso viel Respekt und Raum verdient wie die sportlichen Höhenflüge der Spitzenmannschaften der Könizer Vorzeigevereine.

Angesichts der drohenden Streichung von Midnight Sports reichte das Jugendparlament Köniz im November 2019 eine Motion zu dessen Sicherung ein. Sie erhielt den Charakter einer Richtlinienmotion, da dieser Entscheid in die Kompetenz des Gemeinderats fällt. Eine Erheblicherklärung bringt somit lediglich die Haltung des Parlaments zum Ausdruck. Nachdem das Parlament im Dezember 2019 das Budget genehmigt hatte, doppelte die SP im Januar 2020 mit einer Interpellation mit konkreten Fragen nach, um so die Grundlagen für ein weiteres Vorgehen zu schaffen. Sowohl die Motion wie auch die Interpellation wurden an der Parlamentssitzung im Juni behandelt. Das Parlament war sich grundsätzlich einig: Midnight Sports ist eine gute Sache. Die politische Rechte gewichtete jedoch den Spardruck mehrheitlich höher als die Wichtigkeit dieses kostengünstigen und beliebten Angebots für die Jugendlichen von Köniz. Mit einer erfreulichen Mehrheit wurde die Richtlinienmotion des Jugendparlaments Köniz schliesslich dennoch erheblich erklärt.

Die SP wertet dies als deutliches und positives Zeichen für die jungen Menschen in Köniz: Die Mehrheit des Könizer Parlaments spricht sich dafür aus, dass Midnight Sports erhalten bleibt, und der Gemeinderat ist gut beraten, den Entscheid des Parlaments zu respektieren und Midnight Sports wieder ins Budget 2021 aufzunehmen. Auf dass die Lichter in den Wintermonaten samstags in den Hessgut-Turnhallen weiterhin kurz vor Midnight gelöscht werden – und nicht für immer! Die Könizer Jugend muss uns dies wert sein.

Aus dem Parlament: Tramverlängerung nach Kleinwabern – jetzt!

Aus dem Parlament

Käthi von Wartburg

Als im September 2014 64% der Könizer*innen der Tramlinienverlängerung nach Wabern zustimmten, war dies ein erfreulich deutliches Zeichen. Denn bekanntlich standen sie einem anderen Tramprojekt am selben Abstimmungssonntag weit weniger wohlwollend gegenüber.

Da für die Tramlinienverlängerung die Kantons- und Bundesfinanzierung damals ausstehend waren, konnte das Projekt trotz positivem Gemeindebeschluss vorerst nicht weiter vorangetrieben werden. Nachdem der Kanton mit dem Rahmenkredit ÖV 2018-2021 seinen ÖV-Anteil für die Tramlinienverlängerung gutgeheissen hatte, folgte im Frühling/Sommer 2019 die Zustimmung der eidgenössischen Räte im Rahmen des Agglomerationsprogramms 3. Generation (AP3). Damit stand der Realisierung des Trams nach Klein-Wabern eigentlich nichts mehr im Wege.

Die Mitte-Fraktion (BDP, CVP, EVP, glp) und die Fraktion der Grünen versuchten seither mit zwei Richtlinienmotionen, Einfluss auf die weitere Planung zu nehmen. Die im August 2019 eingereichte und im November 2019 vom Parlament gutgeheissene Richtlinienmotion beauftragte den Gemeinderat, sich dafür einzusetzen, dass auf der verlängerten Tramlinie nach Klein-Wabern ausschliesslich Zweirichtungsfahrzeuge eingesetzt werden und somit auf die Endwendeschlaufe in Kleinwabern verzichtet wird. Die Meinungen über Einrichtungs- und Zweirichtungsfahrzeuge sind auch innerhalb der SP-Fraktion geteilt. Doch Tatsache ist: Es ist schlicht nicht Sache der Politik, darüber zu entscheiden, welcher Tramtyp dereinst auf der Tramlinie 9 verkehren wird. Das ist Sache von bernmobil. Grossmehrheitlich war die SP-Fraktion im November 2019 der Meinung: Ein Verzicht auf die Wendeschlaufe könnte das Projekt gefährden oder zumindest verzögern. Die Bevölkerung in Kleinwabern hat jedoch lange genug auf das Tram gewartet und deshalb soll das Projekt ohne mögliche Verzögerungen vorangetrieben werden.

Im Dezember 2019 reichten die Mitte-Fraktion (BDP, CVP, EVP, glp) und die Fraktion der Grünen eine weitere dringliche Richtlinienmotion ein: "Etappierung des ÖV-Ausbauprojekts Kleinwabern". Erneut stand die Endwendeschlaufe in Kleinwabern resp. deren Verzicht im Zentrum. Die Diskussion in der SP-Fraktion war kurz: Diese Richtlinienmotion gefährdet die Tramlinienverlängerung als solche und wirdvon der SP-Fraktion geschlossen abgelehnt.

Obwohl die Motionär_innen für die Richtlinienmotion Dringlichkeit beansprucht hatten, stellten sie in der Parlamentssitzung vom Februar 2020 den Ordnungsantrag, die Behandlung des Geschäfts auf Mai zu verschieben, und verlangten einen runden Tisch. Als einzige Partei lehnte die SP-Fraktion den Antrag geschlossen ab: Wir wollten bei der Diskussion um die Tramlinienverlängerung endlich Klarheit und eine weitere Verzögerung verhindern.

Der runde Tisch fand im März 2020 statt, die Motionär_innen liessen sich jedoch bis zur Parlamentssitzung vom 25. Mai 2020 Zeit, um ihre Motion zurückzuziehen. Die SP-Fraktion nimmt dies natürlich erfreut zur Kenntnis und hofft, dass sowohl die Mitte- Fraktion wie auch die Fraktion der Grünen nun das Projekt Tramlinienverlängerung in keiner Weise mehr gefährden.

Aus dem Parlament: Bezahlbar wohnen... in Wabern!

Aus dem Parlament

Tanja Bauer

Die Könizer Bevölkerung stimmt schon bald über die Planung “Areal Station Wabern” ab. Zum ersten Mal könnte “Bezahlbar wohnen” in Köniz angewandt werden, ein Erfolg für die SP! Die städtebauliche Entwicklung im Zentrum von Wabern würde für die Bevölkerung viele Vorteile bringen und die Lebensqualität klar verbessern.

Die SP begrüsst die Planung im Gebiet der Station Wabern, welcher das Parlament am 10. Februar 2020 zugestimmt hat. Das Areal ist zentral gelegen und heute unternutzt. Die angestrebte Entwicklung rund um den historischen Ortskern und den Bahnhof von Wabern bringt für die Bevölkerung und die umliegenden Quartiere viele Vorteile und verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung. Die SP unterstützt die Vorlage daher mit Überzeugung.
 
Damit es eine positive Entwicklung für alle statt für wenige ist, braucht es an dieser zentralen Lage klare Vorgaben für mehr bezahlbaren Wohnraum. Das«Areal Station Wabern» ist die erste Planung, in welcher der im Februar 2017 durch die Könizer Stimmbevölkerung angenommene Gegenvorschlag zur Wohninitiative greifen wird. Das ist ein klarer Erfolg für die SP. Die konkrete Umsetzung und der exakte Anteil an preisgünstigem Wohnraum muss im Rahmen der nachfolgenden Planung geklärt werden. Wabern ist jedoch unbestritten einer der Ortsteile, der besonders von hohen und steigenden Mieten betroffen ist. Daher geht die SP davon aus, dass der maximale Wert, also 40% des zusätzlichen Nutzungsmasses, für bezahlbare Wohnungen vorgesehen wird.
 
Die SP begrüsst, dass das gesamte Gebiet zur 20er Zone wird und Fussgänger*innen somit Vortritt haben. Eine weitere Verbesserung ist die bessere Verkehrsanbindung des Bahnhofs. Die neue Verbindungsstrasse, die als Verlängerung der Bondelistrasse zum Bahnhof führen soll, stärkt den Bahnhof als Umsteigeort für ÖV-Benutzer*innen, Fussgänger*innen und Velofahrer*innen. Zudem soll der Bahnhofsplatz als städtischer Freiraum und Treffpunkt aufgewertet werden.